Konflikt- und Gruppenkompetenz für selbstständige Berater*innen, Coaches und Trainer*innen – förderfähig über ESF-Plus
Wie kannst du Konflikte begleiten, ohne sie vorschnell zu lösen?
Wie gehst du mit Spannungen um, wenn sie Teams blockieren oder Organisationen lähmen?
Konflikte verschwinden nicht, wenn wir sie moderieren. Sie verändern sich, wenn wir lernen, sie bewusst zu begleiten.
Die Intensiv-Weiterbildung Deep Democracy vermittelt dir ein bewusstseinsorientiertes, inklusives Modell zur Begleitung von Gruppen-, Team- und Konfliktdynamiken. Du lernst, Spannungen, Widerstände und Konflikte als wertvolle Impulse für nachhaltige Veränderung zu begreifen und konstruktiv zu nutzen.
Deep Democracy ist ein zentrales Paradigma der Prozessarbeit nach Arnold Mindell. Es verbindet psychologische, soziale und politische Perspektiven und eröffnet neue Wege, mit Diversität, Macht, Marginalisierung und Polarisierung in Gruppen umzugehen.
Die Weiterbildung stärkt dich fachlich und persönlich. Du gewinnst Sicherheit im Umgang mit komplexen Gruppensituationen, Klarheit in deiner Rolle und mehr Wirksamkeit in deinem beruflichen Alltag.
Was ist Deep Democracy?
Deep Democracy ist mehr als eine Methode.
Sie ist zugleich eine Haltung und ein grundlegendes Paradigma für die Arbeit mit Gruppen, Organisationen und sozialen Systemen.
Im Zentrum steht die Idee, dass alle Stimmen, Perspektiven und Erfahrungen, auch die leisen, unbequemen oder marginalisierten, für die Entwicklung eines Systems relevant sind. Konflikte werden nicht als Störung verstanden, sondern als Ausdruck von etwas, das gehört, verstanden und integriert werden möchte.
Im Unterschied zu klassischen Mediations- und Moderationsansätzen geht es hier nicht primär um schnelle Lösungen oder Einigungen. Es geht darum, Spannungen so zu begleiten, dass sie Entwicklung ermöglichen, auch dann, wenn Prozesse emotional, widersprüchlich oder politisch aufgeladen sind. Denn nachhaltige Veränderung entsteht nicht allein durch Kompromisse oder Mehrheitsentscheidungen. Sie entsteht dann, wenn alle relevanten Erfahrungen im Feld sichtbar, fühlbar und integrierbar werden, auch jene, die irritieren, polarisieren oder Angst machen.
Als Facilitator*in arbeitest du daher nicht „neutral“ im klassischen Sinne, sondern bewusst positioniert, mit Präsenz, Selbstreflexion und einer bewussten inneren Haltung. Deine eigene Wahrnehmung, deine Reaktionen und inneren Konflikte werden nicht ausgeklammert, sondern als Teil des Prozesses verstanden.
Ziele und Kompetenzen
Diese Weiterbildung vermittelt dir fachliche und persönliche Kompetenzen zur Begleitung komplexer, emotional aufgeladener und nicht-linearer Gruppenprozesse. Sie setzt da an, wo klassische Methoden oft an ihre Grenzen stoßen.
Du entwickelst:
• ein fundiertes Verständnis von Prozess-, Feld- und Rollentheorie
• die Integration von Deep Democracy als Methode und Haltung
• die Fähigkeit, Gruppen- und Teamdynamiken differenziert zu erkennen
• Sicherheit im Umgang mit Konflikten, Spannungen und Ambivalenzen
• ein Bewusstsein für Rang-, Macht- und Diskriminierungsdynamiken
• Kompetenz im Arbeiten mit Hot Spots, Cool Spots und Gruppenatmosphäre
• Methoden zur konstruktiven Arbeit mit innerer und äußerer Kritik, Vorwürfen und Affekten
• Sensibilität für gesellschaftliche und politische Kontexte von Gruppen
• deinen eigenen Leadership- und Facilitationsstil
• eine klare, reflektierte professionelle Haltung
Ein zentraler Fokus liegt auf dem Transfer in dein konkretes Arbeitsfeld.
Damit entwickelst du die Fähigkeit, auch in komplexen und polarisierten Situationen handlungsfähig zu bleiben, ohne dich innerlich zurückzuziehen oder vorschnell zu handeln.
Für wen?
Die Intensiv-Weiterbildung richtet sich an Menschen, die mit Gruppen, Teams oder Organisationen arbeiten bzw. arbeiten möchten und und bereit sind, sich auch selbst in den Prozess einzubringen.
Sie ist besonders geeignet für dich, wenn du:
• Konflikte nicht nur klären, sondern verstehen möchtest
• Spannungen nicht glätten, sondern transformieren willst
• deine eigene Rolle als Facilitator*in reflektieren und weiterentwickeln möchtest
Voraussetzung:
Bei Anmeldung zur Intensiv-Weiterbildung werden Grundkenntnisse in Prozessarbeit vorausgesetzt. Diese kannst du z.B. in unserem Einführungsseminar vom 8.-10.05.2026 erwerben.
Förderung für Solo-Selbstständige (ESF-Plus – KOMPASS)
Du kannst diese Weiterbildung mit bis zu 4.500 € fördern lassen.
Viele Solo-Selbstständige wissen nicht, dass eine finanzielle Unterstützung über das ESF-Plus-Programm KOMPASS möglich ist. Wenn du die Voraussetzungen erfüllst, lohnt es sich, eine Förderung prüfen zu lassen:
• seit mindestens zwei Jahren solo-selbstständig tätig
• Wohnsitz und berufliche Tätigkeit in Deutschland
• Einkommen überwiegend aus deiner Selbstständigkeit
Auf der KOMPASS-Webseite findest du alle wichtigen Informationen und Dokumente. Bitte beachte, dass du vor der Buchung der Weiterbildung bei einer der KOMPASS-Anlaufstellen deiner Wahl ein Beratungsgespräch durchführen musst. Infos findest du hier.
Wir unterstützen dich gerne dabei, die nächsten Schritte zu klären.
Die Module im Überblick
Modul 1: Intensivseminar Konflikte bewusst gestalten und facilitieren
814.-19. Juli 2026 Leuther Mühle
Konflikte, Spannungen und unterschiedliche Perspektiven gehören heute zum Alltag in Teams, Gruppen und Organisationen.
Du lernst Konflikte, Spannungen und schwierige Entscheidungssituationen bewusst zu begleiten. Auf Basis von Deep Democracy erforschen wir Konfliktphasen, Rangdynamiken und die Wechselwirkung zwischen individuellen Prozessen, Beziehungen und dem Gruppenfeld.
Ein besonderer Fokus liegt auf deiner inneren Haltung, deiner Selbstwahrnehmung und deiner Rolle als Facilitator*in.
Modul 2: Mitten im Feuer 1
2.-4. Oktober 2026 in Bonn
In diesem Modul stehen unterschiedliche Gruppendynamiken im Mittelpunkt
Du vertiefst dein Verständnis von polarisierenden Perspektiven, Diversität und Marginalisierung. Zentrale Inhalte sind Rollentheorie (Rollen und Geistrollen), Feldtheorie sowie das Konzept der Realitätsebenen.
Du lernst, gruppendynamische Prozesse differenziert wahrzunehmen und unsichtbare Dynamiken zu erkennen.
Modul 3: Mitten im Feuer – Teil 2
20.-22. November 2026 in Bonn
Dieses Modul baut auf den vorherigen Inhalten auf und vertieft die Arbeit mit komplexen Gruppendynamiken.
Im Fokus stehen Konfliktphasen, Rangdynamiken und die Wechselwirkung zwischen Gruppe, Beziehung und Individuum. Du lernst, lineare und nicht-lineare Gruppenprozesse zu unterscheiden und die Methode des Gruppenprozesses gezielt in deinem eigenen Arbeitsfeld anzuwenden.
Modul 4: Umgang mit Vorwürfen und Kritik
08.-10. Januar 2027 in Bonn
In diesem Modul steht der konstruktive Umgang mit Vorwürfen, Anschuldigungen und Kritik im Mittelpunkt.
Du lernst, innere und äußere Kritik als Anstoß zur Veränderung zu nutzen. Wir erforschen verbale und non-verbale Kommunikationsprozesse und üben uns darin, Konfliktzyklen zu erkennen und zu transformieren.
Struktur der Weiterbildung
Jedes Modul fokussiert auf einen spezifischen Themenbereich und eröffnet dir neue Einsichten in die Potentiale von Konflikten und Gruppendynamiken. Ziel ist es, dich dabei zu unterstützen, Menschen auch an ihren Grenzen achtsam und wirksam zu begleiten.
Wir arbeiten in einer kleinen Gruppe von 10-15 Teilnehmer*innen. Das schafft einen geschützten Rahmen, in dem persönliches Lernen, fachlicher Austausch und experimentelles Arbeiten möglich werden.
Die Module bestehen aus einer Kombination von Theorie, praxisorientierten Übungen, Fallarbeit und interaktiver Diskussion. Neben der Erforschung von Methoden und Werkzeugen stehen immer auch die Schulung von Achtsamkeit und die Reflexion der eigenen professionellen Haltung im Vordergrund.
Zeiten für die Wochenend-Module:
• Freitag: 10:00–18:00 Uhr
• Samstag: 9:30–18:00 Uhr
• Sonntag: 9:30–13:00 Uhr
Modul 1 startet um 18 Uhr mit dem Abendessen und endet um ca. 14 Uhr nach dem Mittagessen.
Zwischen den Modulen erhältst du Literaturhinweise und vertiefst das Gelernte in selbstorganisierten Peergruppen. Die Peergruppen treffen sich 1–2 Mal monatlich online oder in Präsenz (ca. 3 Stunden pro Monat).
Zusätzlich unterstützen wir dich durch:
• Persönliche Prozessbegleitung (5 Stunden)
• Individuelles Mentoring (6 Stunden)
Beides unterstützt dein persönliches Wachstum und den Transfer in dein konkretes Arbeitsfeld.
Abschluss und Zertifikat
Du entscheidest selbst, ob du die Weiterbildung mit einer Teilnahmebescheinigung abschließt oder den Weg zum Zertifikat gehst.
Das Zertifikat unterstützt dich dabei, dein Profil im Bereich Konflikt- und Gruppenarbeit zu schärfen und deine Auseinandersetzung mit Deep Democracy klar zu benennen.
Voraussetzungen für das Zertifikat in Prozessbegleitung für Konflikt- und Gruppenarbeit nach Arnold Mindell:
• Mindestens 5 Stunden individuelle Prozessbegleitung bei einer unserer Lehrtherapeut*innen zur Unterstützung des persönlichen Wachstums
• Mindestens 6 Mentorstunden zur Unterstützung der Auseinandersetzung mit einem frei gewählten Thema und (schriftlichem) Feedback
• regelmäßige Peergruppentreffen (1–2 pro Monat)
• eine schriftliche Projektarbeit mit Bezug zum eigenen Arbeitsfeld
• eine kurze Abschlusspräsentation (10 Minuten)
• Fehlzeiten maximal 10% mit der Option, Verpasstes nach Absprache nachzuholen (es können zusätzliche Kosten entstehen)
• die Teilnahme am Seminar: Leadership und Eldership als Facilitator. Im Fokus steht die Reflexion des eigenen Führungs- und Facilitationstils.
Die Kosten für das Zertifikat und für die Evaluation mit schriftlichem Feedback zur Projektarbeit betragen 560 €. Diese sind am Ende der Weiterbildung separat zu bezahlen.
Kosten

Wenn du deine Arbeit mit Gruppen auf eine tiefere, differenziertere und wirksamere Ebene heben möchtest, ist diese Weiterbildung ein intensiver Entwicklungsraum für dich.
Vereinbare ein unverbindliches Informationsgespräch, wenn du prüfen möchtest, ob diese Weiterbildung zu dir passt. Hier können wir deine Fragen klären und du erhältst im Anschluss das Handbuch zur Weiterbildung.
