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Kollektive Einflüsse auf unsere Selbstwahrnehmung

15. January17. January

Ort: Online

Diversität und kollektive Einflüsse - Prozessarbeit

Prozessarbeit nach Arnold Mindell im Spannungsfeld von Individuum und Gesellschaft.

Erkrankungen, körperliches Wohlbefinden und unsere Selbstwahrnehmung sind weit weniger rein privater Natur, als wir denken. Soziale und kulturelle Normen und Überzeugungen definieren, wann Menschen als gesund und wann sie als krank eingestuft werden. Sie beeinflussen aber auch unser Erleben und wie wir uns selbst wahrnehmen und „beurteilen“.

Die Gesundheitspsychologie beschäftigt sich mit sozialen und strukturellen Faktoren und Persönlichkeitsmerkmalen, welche die körperliche und seelische Gesundheit beeinflussen. Sie beschreibt, wie Umweltfaktoren (z.B. sozialer Rückhalt), persönliche Überzeugungen und ein bestimmtes Verhalten (z.B. Sport fördert die Gesundheit) zu einem gewünschten Ergebnis führt (z.B. körperliche Fitness). Aber was, wenn nicht?

Prozessarbeit berücksichtigt die Wechselwirkungen zwischen Individuum und Gesellschaft:
1. Erkrankungen und Probleme Einzelner sind auch ein Ausdruck gesellschaftlicher Dynamiken von Ausgrenzung (Marginalisierung).
2. Körpersymptome, psychische Erkrankungen und andere Schwierigkeiten einzelner Menschen oder Gruppen können rückwirkend hilfreiche Botschaften für uns als Gesellschaft beinhalten. Wenn wir das Potential, dass z.B. in einer Erkrankung oder in einer Ausgrenzungserfahrung verborgen ist, „entschlüsseln“, dann können wir von dort aus zu einem gesellschaftlichen Bewusstseinswandel beitragen.

Die Welt ist in uns – und wir sind ein Teil der Welt!

Prozessarbeit nach Arnold Mindell ist ein mehrdimensionales und systemisches Modell, das einen Bogen von individueller Bewusstseinspraxis über Beziehungsarbeit und Konfliktlösung bis hin zu kollektiven Veränderungsprozessen spannt. Prozessarbeit erweitert unser Verständnis von Psychosomatik, Gesundheitspsychologie und sozial-politischem Engagement grundlegend und nutzt die Wechselwirkungen zwischen den unterschiedlichen Perspektiven für den individuellen und kollektiven Wandel.

Inhalte und Ziele

+   Im Kontext von Beratung, Coaching, Therapie und der Begleitung von Menschen erleben wir immer wieder Situationen, in denen sich der erhoffte Erfolg für die Betroffenen nicht einstellt. Die Reflexion systemischer Zusammenhänge und das Einbeziehen gesellschaftlicher Wirkfaktoren – z.B. Wer wir sein sollen und wie wir leben sollen! – kann für den individuellen Wachstumsprozess eine entscheidende Rolle spielen.

+   Wir erkennen wie gesellschaftliche und historische Faktoren und der unbewusste Gebrauch von Privilegien, Macht und Rang zu Ausgrenzung und verinnerlichter Unterdrückung führen und so Einfluss auf unsere Gesundheit und unsere Selbstwahrnehmung haben.

+   Wir entdecken, wie Diversität (innere und äußere Vielfalt) unser Zusammenleben bereichern und unser Wohlbefinden fördern kann.

+   Die theoretischen Grundlagen werden anhand von Kurzvorträgen und vielen praktischen Übungen erarbeitet.

Zielgruppe

Die Fortbildung richtet sich an alle Menschen, Berater*innen, Therapeut*innen, Coaches und Teamleiter*innen, die verschiedene „Welten“ und Perspektiven zusammenbringen wollen, die persönliches Wachstum und professionelles Handeln als unabdingbar miteinander verbunden sehen und die einen bedeutsamen Beitrag in der Welt beisteuern möchten.

Wir arbeiten zusammen mit Menschen in den unterschiedlichsten Berufsfeldern. Die interprofessionelle Ausrichtung unserer Angebote gibt Ihnen die Möglichkeit, von den Erfahrungen und Kompetenzen der anderen Teilnehmer*innen zu profitieren.

Kursleitung: Kirsten Wassermann und Eva Karia

Unsere speziellen Kompetenzen zum Thema
Evas spezielle Expertise liegt im Bereich von Anti-Rassismus Trainings und dem Umgang mit „weißem Rang“. Sie engagiert sich im Dachverband der IAPOP speziell zu diesem Thema und ist international als Trainerin und Facilitatorin für die „Racial Justice Collaborative“ tätig. Zudem engagiert und forscht sie sich seit Jahren im Bereich Geschlechtsidentität, im englischen gender identity.

Kirstens Expertise liegt im Bereich Faschismus und den transgenerationalen Auswirkungen des Nationalsozialismus/Holocaust, insbesondere den bis heute andauernden (oftmals verdeckten) familiären Traumata und Einflüssen auf unsere Selbstwahrnehmung und Gesellschaft. Hierbei spielt die Auseinandersetzung mit der (inneren) Täterrolle und internalisierter Unterdrückung (internalized oppression) eine wichtige Rolle. Ein weiterer Forschungsbereich und Herzensanliegen ist die Aufdeckung und Auseinandersetzung mit Sexismus und dessen Auswirkungen auf die Selbstwahrnehmung und auf strukturelle Diskriminierung.

Kosten: 495 €1 / 435 €2
Preise für Firmenkunden auf Anfrage.

Zeiten der Online-Fortbildung:
Freitag, 15.01.2021, 16:00-19:00 Uhr Einführung ins Thema
Samstag und Sonntag, 16.+17.01.2021, 10:00-13:00 und 16:00-18:00 Uhr.
Dazwischen eine Übungseinheit in Kleingruppen von 14:30-15:30 Uhr
Donnerstag, 21.01.2021, 18:00-21:00 Uhr
Zwischen Sonntag und Donnerstag: Übungsmaterial zu Erforschung der Selbstwahrnehmung und eigener Lebensumstände

Dieser Preis gilt für Privatzahler. Prüfen Sie auch Ihre Möglichkeiten zur Beantragung von Fördermitteln oder Zuschüssen durch Ihren Arbeitgeber.
2 Ermäßigter Preis: Für unsere Veranstaltungen bieten wir eine begrenzte Anzahl von Plätzen mit reduzierter Gebühr nach Absprache an. Sie können den ermäßigten Preis beantragen, wenn sie als  gilt Pflegekraft, Physiotherapeut*in,  Erzieher*in oder in einem vergleichbaren Angestelltenstatus arbeiten und/oder einer sozial-ökonomisch benachteiligten Gruppe angehören. Bitte sprechen sie uns an.

Sie möchten gerne an dieser Veranstaltung teilnehmen? 

Venue

Online
Online
Online, 53115 Deutschland
Phone:
+49 (0) 202 42969700

Organizer

Institut für Prozessarbeit Deutschland
Phone:
+49 (0)228 – 24067421